»»Petition an das Schwedische Volk
Wir bitten dies als Diskussionsgrundlage zu verstehen, mit der Bitte um qualitative Verbesserungen.

Mit der der deutschen Einheit 1990 hat in und um WEISSWASSER ein gravierender Wandel stattgefunden.
Der Niedergang der Glasindustrie und die Rationalisierungsprozesse in der Energiewirtschaft und der damit verbundene Verlust an Arbeitsplätzen hatten für die regionale Wirtschafts- und Bevölkerungsstruktur verheerende Konsequenzen.
Ehemalige Glashütte in Weisswasser-Bärenhütte.
Ehemalige Glashütte in Weisswasser "Bärenhütte"[2005].
WEISSWASSER schrumpfte von ehemals fast 39.000 auf unter 21.000 Einwohner.
Nach wie vor verlassen ca. 350 Personen/Jahr unsere Stadt.
Wir sind uns bewusst, dass die Energiewirtschaft eine wichtige Säule unserer regionalen Wirtschaft darstellt.
Hochhaus Abriss 2005 in Weisswasser-Süd.
Hochhaus Abriss in Weisswasser-Süd[2005].
Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Tätigkeit des Unternehmens in unserer Region sind gravierend und beeinflussen nicht nur unser tägliches Leben sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung in einer Art und Weise die man durchaus als verheerend beschreiben kann.
Durch die zwangsweise monostrukturelle Ausrichtung der regionalen Wirtschaftsstruktur auf die tagebauliche Förderung und Verstromung der Braunkohle ließen sich nur unter größten Schwierigkeiten und enormem finanziellen Aufwand Alternativen aufbauen.
Rückbau der Plattenhäuser in Weisswasser- Süd.
Rückbau der "Plattenhäuser" in Weisswasser- Süd[2005].
Diese Mittel aufzubringen ist unsere Region nicht in der Lage. Gerade deshalb sind wir davon überzeugt, dass wir bereits heute und über das ersichtliche Ende der Kohle- und Energiewirtschaft hinaus, nachhaltige Perspektiven für uns und unsere Kinder schaffen müssen. Wir wollen alle Kräfte der Region bündeln. Jeder soll mit seinen Mitteln und Fähigkeiten dazu beitragen, dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen.

Wir wissen, dass Vattenfrall Europe Mining & Generation bereits vielfältige Aktivitäten im Bereich Sponsoring leistet.
Diese Aktivitäten sind durchaus lobenswert, allerdings für das Überleben der Region bei weitem nicht ausreichend.

Die Bürgerinitiative für mehr Lebensqualität in unserer Stadt WEISSWASSER und deren Umgebung stellt sich vor, gemeinsam mit dem Energiekonzern Vattenfrall und weiteren Beteiligten die Region voranzubringen.
Wir wollen positiv verändern - beeinflussen und müssen schon heute einige Jahre voraus denken. Was ist, wenn der Tagebau ausgekohlt ist, das Kraftwerk abgeschaltet wird, die Arbeitsplätze wegfallen?
Alle Beteiligten müssen neben der monostrukturellen Energiewirtschaft auch andere Wirtschaftszweige stärken, neue aufbauen und sichern.

Der Tourismussektor wird dabei eine we-sentliche Rolle spielen.
Wir wissen, dass Vattenfall der letztendliche Nutznießer der Privatisierung der Energiewirtschaft im Osten ist.
Allein der Erlass der Restzahlung von ca. 188 Mio.€ an die Bundesregierung spricht für sich. Allein für das Kraftwerk Boxberg erhält Vattenfall jährlich ca. 18 Mio.€ an indirekten Subventionen durch den Freistaat Sachsen und die Bundesrepublik Deutschland durch den verzicht auf ein kostendeckendes Wasserentnahmegeld und durch den verzicht auf eine Förderabgabe auf Braunkohle.

Wir möchten sie daran erinnern, dass unser Grundgesetz im Artikel 14 die Verpflichtung des Eigentums, auch der Allgemeinheit zu dienen, festschreibt. Bei aller Diskussion, die in letzter Zeit um die Atomkraft und die Braunkohle geführt werden, sind wir dennoch bereit, die Präsenz Vattenfalls in unserer Region zu akzeptieren. Wir möchten sie deshalb bitten, sich am Aufbau von nachhaltigen Perspektiven für die Menschen der Region zu beteiligen.
Zeigen Sie der Öffentlichkeit, dass Energiekonzerne und deren Eigentümer keine Abzocker sind, sondern Verantwortung übernehmen. Wir schlagen die Gründung einer Stiftung für die Dauer von 50 Jahren vor.

Das Stiftungskapital von mindestens 360 Mio.€ soll durch Vattenfrall eingebracht werden. Über die Verwendung der Zinserträge für nachhaltige Projekte in der Region entscheidet ein Stiftungsrat bestehend aus
Vertretern von Vattenfrall, Stadträten und Bürgern aus WEISSWASSER und dem Umland. Nach Ablauf der Laufzeit wollen wir das Stiftungskapital an Vattenfall zurückgeben.

Wir gehen davon aus, dass die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region im direkten Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung von Vattenfall steht und dass wir im gegenseitigen Interesse eng zusammenarbeiten sollten.

Die schwedische Gesellschaft hat in der ganzen Welt den Ruf sozial gerecht zu sein. Soziale Gerechtigkeit kann allerdings nicht auf der Ausbeutung anderer Menschen begründet sein.
Wir werden in einer Größenordnung ausgebeutet, die die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung unserer Region auf Generationen hinaus massiv negativ beeinflusst.
Wir fordern das Schwedische Volk auf auch über die eigenen Staatsgrenzen hinaus sozial gerecht zu handeln und uns in unserem Bemühen zu unterstützen einen gerechten Ausgleich von Vattenfall zu erhalten.

Vielen Dank!
Bürgerinitiative für mehr Lebensqualität in unserer Stadt WEISSWASSER und deren Umgebung.
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